Die Zukunft des Bön
Die Situation in Tibet
Die Bönpos teilen das schwierige Schicksal ihrer Landsleute. Es wird von aussen her versucht, die Bönpos in Tibet zu unterstützen, ihre Tradition aufrechtzuerhalten. Seine Heiligkeit Lungtok Tenpai Nyima Rinpoche hat sein Heimatland Tibet im Sommer 2004 besucht. In 2007 sind Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche und Khenpo Tenpa Rinpoche zusammen nach Tibet gereist. Tenzin Wangyal Rinpoche hat auch 2007 Tibet mit einer Gruppe besuchen dürfen. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit aber verschärft.
Die Situation im Exil
Im Exil unternimmt die Bön Gemeinschaft alles, um ihr Kulturerbe unter erschwerten Umständen für die jüngere Generationen lebendig zu halten. Die Klöster sind beauftragt, das enorme spirituelle Wissen weiterzugeben. Sie bieten auch eine Ausbildung in der tradtionellen Bön-Medizin an. Der gemeinnützige Tapriza Verein mit Sitz in der Schweiz unterstützt verschiedene Bön Projekte in Nepal, die auf Initiative der lokalen Bevölkerung entstanden sind.
Es braucht Zeit und Geld aber vor allem einen unermüdlichen Einsatz und eine starke Motivation, um eine bedrohte Kultur vor dem Aussterben zu bewahren.
Projekte im Westen
Ligmincha Institute, USA
Ligmincha Institute, eine gemeinnützige Organisation, wurde 1992 in Charlottesville, Virginia von Tenzin Wangyal Rinpoche gegründet. Der Name des Instituts bezieht sich auf den letzten König von Zhang Zhung. Ziel des Instituts ist, die Bön Tradition zu erhalten und sie auf einer authentischen Weise den westlichen Menschen zugänglich zu machen, so dass die Lehren und Praxis des Bön in die moderne Welt nutzbringend verbreitet und integriert werden können. Die Lehren des Dzogchen, die sowohl in der Nyingma Schule wie auch im Bön tradiert werden, erhalten dabei einen besonders hohen Stellenwert. Das Institut sieht sich in diesem Zusammenhang der Rime Bewegung verpflichtet, die im 19. Jahrhundert in Tibet versucht hat, die verbreitete Konkurrenz (Sektierertum) der grossen buddhistischen Schulen untereinander durch eine eher unvoreingenommene Einstellung zu überwinden.
Im Serenity Ridge Retreat Center bei Charlottesville finden Retreats mit Tenzin Wangyal Rinpoche, anderen Bön Lamas und westlichen Instruktor/innen statt.
Ligmincha Institute
Shenten Dargye Ling, Frankreich
In Frankreich hat Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche ein Kloster Shenten Dargye Ling in der Nähe von Saumur gegründet. Es steht unter der Leitung von Khenpo Tenpa Yungdrung Rinpoche, der Abt von Triten Norbutse Kloster in Kathmandu und wird von eingeladenen Lamas und Geshes betreut. Ziel ist es, ein Zentrum der Forschung und Studium des Yungdrung Bön zu kreieren. Die erste International Conference on Bön fand vom 22-25 Juni 2008 dort statt. Die Konferenzbeiträge werden in einer Publikation veröffentlicht.
Um das spirituelle und kulturelle Erbe des Bön zu erhalten, soll das Kloster auch ein Ort für Praxis und Belehrungen sein. Zu diesem Zweck wurde die Shenten Dargye Ling Dzogchen Meditation Training School gegründet. Diese Schule bietet die Möglichkeit, sich intensiver in der Dzogchen Meditation ausbilden zu lassen. Der erste langzeitige Kurs (100 Tage) begann im September 2009.
Shenten Dargye Ling
Lokale Studien- und Praxisgruppen
Im Kleinen leisten die lokalen Studien- und Praxisgruppen der Bön Praktizierenden im Westen auch ihren Beitrag, um die Bön Tradition zu erhalten. Sie sind aktiv, vernetzen sich und pflegen Kontakte zu der Bönpo Gemeinschaft sowie zu Gelehrten und Experten. Sie versuchen auch das öffentliche Interesse für die bedrohte Bön Tradition zu wecken, Gönner/innen für Projekte anzusprechen und Spendengelder zu sammeln.
Studien- und Praxisgruppen in der Schweiz