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Biografien der Lamas


S.E. Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche Tenzin Wangyal Rinpoche Khenpo Tenpa Yungdrung Rinpoche

Tenzin Wangyal Rinpoche Zürich, Mai 2012 Von A - Z English Version

S.E. Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche

S.E. Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche


S. E. Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche ist der angesehenste Lehrer der Yungdrung Bön Tradition und ein sehr grosser Meister des Dzogchen. Er wurde 1926 in Kham in Osttibet geboren und stammt aus einer Familie berühmter Thangka Maler, von denen er diese Kunst erlernte. Im Alter von sieben Jahren trat er ins Kloster Tengchen, in die Tradition des Yungdrung Bön, ein. Seit seinem fünfzehnten Lebensjahr studierte Tenzin Namdak in den berühmten Bön Klöstern Zentraltibets, unternahm Pilgerreisen nach Nepal und verbrachte lange Perioden gemeinsam mit seinem Meister Gangru Rinpoche im Rückzug auf einer Insel des Namtso Sees in Nordtibet. 1952 beendete er seine Philosophiestudien im Kloster Menri in Zentraltibet mit dem Titel eines Geshe.

Bald darauf wurde er selbst als Nachfolger von Lopön Sangye Tenzin Rinpoche zum Hauptlehrer des Klosters ernannt. Er verblieb in dieser Position als Mönchs-Gelehrter bis 1957. Als der Konflikt zwischen Chinesen und Tibetern ihm den Verbleib im Kloster unmöglich machte, ging Rinpoche ins Retreat im Se-zhig Kloster am Dang-ra-See in Norttibet. 1960 musste er mit anderen Lamas und Mönchen aus Tibet fliehen. Auf der Flucht wurde Lopön Tenzin Namdak von chinesischen Soldaten verwundet. Ein Mönch brachte ihn zu einer Familie, die ihn zehn Monate lang bei sich versteckte. Wieder zu Kräften gekommen, gelang ihm die Flucht nach Nepal, wo er im Kloster Najyin Aufnahme fand.

1961 wurde er als Gastvortragender an die Universitäten von London und Cambridge eingeladen. Er blieb dort drei Jahre und verfasste in Zusammenarbeit mit Professor David Snellgrove das Standardwerk über die Bön-Religion in englischer Sprache: „The Nine Ways of Bön“. 1964 kehrte er nach Indien zurück, wo er als Tibet-Experte arbeitete und Bön-Texte publizierte. Von dort begab er sich als Gastvortragender nach München und arbeitete an der Herausgabe des Deutsch-Tibetischen Wörterbuchs.

In den 1960er Jahren wurde er zu einem der Begründer der ersten Bön-Gemeinschaft in Nordindien, sowie des damit verbundenen, neu entstandenen Bön Klosters New Menri in Dolanji, nahe der Stadt Solon (Himachal Pradesh). Unter seiner Aufsicht wurden viele verlorene Bön Texte wieder gedruckt und er selbst, als Nachfolger des verstorbenen Löpon Sangye Tenzin Rinpoche, bildete ab 1968 wieder Mönche aus.

1986 konnte er erstmals wieder für drei Monate seine Heimat Tibet und die Überreste des zerstörten Klosters Menri besuchen.

Yongdzin Tenzin Namdak gründete 1987 noch ein zweites Bön-Kloster in Kathmandu, Triten Norbutse, das auch sein ständiger Wohnsitz ist. Es ist eine monastische Institution mit der Aufgabe, eine vollständige Ausbildung in Yungdrung Bön Studien und in allgemeinen tibetischen Wissenschaften anzubieten.

Im Mai 2007 reiste Yongdzin Rinpoche in Begleitung von Khenpo Tenpa Rinpoche wieder einmal nach seinem Heimatland Tibet, wo er verschiedene kulturelle und spirituelle Projekte initiert hat.

Als spiritueller Lehrer der Bön Dzogchen Tradition von Zhang Zhung Nyan Gyud wurde Rinpoche bereits in den siebziger Jahren in Indien von vielen Schülern aufgesucht. Seit 1989 unterrichtet er auch im Westen Dzogchen, sowohl in den USA, wie auch in Europa. S.H. der Dalai Lama lud ihm immer wieder als offiziellen Vertreter der Bön Tradition zu den grossen Kalachakra Initiationen ein, wo er auch Vorträge zur „Natur des Geistes“ hielt.

2005 wurde das Zentrum Shenten Dargye Ling bei Saumur im Loiretal, Frankreich von Yongdzin Rinpoche gegründet. Unter seiner Leitung sollen dort die Bön-Lehren für zukünftige Generationen bewahrt werden. Das Zentrum soll den Yungdrung Bön-Praktizierenden in Europa eine spirituelle Heimat bieten, sowie ein Ort des internationalen Austauschs für Bön-Forscher und Bön-Wissenschafter sein.

In den Jahren 2006 und 2007 gab Yongdzin Rinpoche Dzogchen Belehrungen hier in der Schweiz. In Anbetracht seines hohen Alters sieht er sich aber jetzt gezwungen, seine Reisetätigkeit zu begrenzen. Er gibt weiterhin jährliche Sommerretreats in seinem Zentrum in Frankreich.